Institutionen - Lateinamerika, Spanien und Portugal in Hamburg

Lateinamerika, Spanien, Portugal und Hamburg, das ist eine traditionsreiche Verbindung mit Zukunft. Nicht nur Handel und Wirtschaft, sondern auch freundschaftlicher und kultureller Austausch prägen die lange Partnerschaft.

Lateinamerika, Spanien, Portugal, Hamburg

Diese begann Anfang des 17. Jahrhunderts, als Zuwanderer aus Spanien und Portugal sich im liberalen Hamburg niederließen und ihre Handelsgeschäfte von dort weiterführten. Nach dem großen Brand in der Hansestadt im Jahr 1842, halfen die lateinamerikanischen Handelspartner beim Wiederaufbau. Ende des 19. Jahrhunderts war Hamburg ein wichtiger Auswanderungshafen. Eine direkte Linienverbindung nach Brasilien eröffnete 1871 die heute als "Hamburg Süd" bekannte Reederei. Im Laufe der Jahre folgten weitere Linienverbindungen und heute ist Hamburg mit den lateinamerikanischen Staaten in regelmäßigem Austausch. 

Aber auch für die Zukunft bieten sich facettenreiche Chancen aus dieser Partnerschaft. Insbesondere die verschiedenen bi- und multilateralen Freihandelsabkommen zwischen den Staaten der EU und Lateinamerika tragen dazu bei, dass die Regionen in kultureller und vor allem in wirtschaftlicher Weise zusammenwachsen. Die "Strategische Partnerschaft" zwischen EU und LAK, die alle Länder der EU, Lateinamerikas und der Karibik umfasst, ist 2009 zehn Jahre alt geworden.

Das neue Lateinamerikakonzept der Bundesregierung aus dem Jahr 2010, wird dem wachsenden wirtschaftlichen und politischen Gewicht dieser Region gerecht und unterstreicht die Bedeutung einer intensiven Partnerschaft zu Lateinamerika.

Institutionelle Verbindungen:

Hamburg und Lateinamerika verbindet nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch eine institutionelle Verknüpfung. Die lateinamerikanische Community hat eine starke Präsenz in der Hansestadt und organisiert sich in zahlreichen Netzwerken. Über 15.000 Spanisch und Portugiesisch sprachige Muttersprachler leben in der Hamburger Metropolregion und bereichern die Stadt in vielerlei Hinsicht. Dies zeigt sich auch in der kulturellen, musikalischen, künstlerischen und kulinarischen Vielfalt in Hamburg. In Hamburg leben allein über 1300 brasilianische Staatsbürger. Der 170 Mitglieder zählende Clube Brasileiro de Hamburgo wurde bereits 1958 gegründet und dürfte damit Hamburgs ältester Ausländerverein sein.

Es gibt in Hamburg zahlreiche Institutionen, die sich auf verschiedenen Ebenen und Gebieten dem Thema Lateinamerika widmen. Hamburg hat immer eine ganz besondere Nähe zu Lateinamerika gepflegt: 1826 hat Hamburg als erste Stadt die Staaten Lateinamerikas anerkannt und Handelsbeziehungen mit ihnen aufgebaut. Bis heute bestehen ausgezeichnete Beziehungen vieler hanseatischer Handelshäuser in diese Region.

Mit über 20 Konsulaten bilden die lateinamerikanischen Länder die größte Gruppe der fast 100 konsularischen Vertretungen in Hamburg.

Die zahlreichen Vereine, Verbände und Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Hamburg laden zu regelmäßigen Veranstaltungen ein und bieten so eine wichtige Plattform des Dialogs für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft. Die nachfolgenden Akteure und Projekte spielen dabei eine Rolle: 

Lateinamerika Verein

Der Lateinamerika Verein e.V. (LAV) ist das Unternehmensnetzwerk und die Informationsplattform für die deutsche Wirtschaft mit Interessen an und in Lateinamerika. Seit 1916 unterstützt der LAV branchenübergreifend und bundesweit Unternehmen beim Auf- und Ausbau von Geschäftsaktivitäten in der Region.

EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung (EU-LAK)

Hamburg ist Sitz der neuen EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung, welche am 7.11.2011 feierlich im Rathaus eröffnet wurde. Mit dieser Stiftung gibt es nun ein weiteres Kompetenzzentrum für Lateinamerika und die Karibik in der Hansestadt. Ziel der Stiftung ist es, den Beziehungen zwischen den beiden Regionen eine neue Dynamik zu verleihen und gemeinsame Strategien der Zusammenarbeit zu entwickeln.

Agenda Latina

Die Agenda Latina ist ein Print-Medium - spezialisiert auf Lateinamerika & die Karibik sowie Latinos in Deutschland - und erscheint alle 6 bis 8 Wochen auf Spanisch & Deutsch. Themenschwerpunkte sind Wirtschaft, Kultur, Events, Tourismus, Gastronomie etc. bezüglich Lateinamerika. Die Agenda Latina existiert seit mehr als 20 Jahren.

EZLA

Im Januar 2010 hat eine Gruppe von Initiatoren (LaConSA GbR, NPU Trade GmbH sowie Hamburg Invest) beschlossen, ein europäisches Dienstleistungszentrum für Lateinamerika in Hamburg zu etablieren. Dieses EZLA genannte Dienstleistungszentrum soll kleinen und mittelständischen Unternehmen Lateinamerikas und der Karibik, die geeignete Plattform bieten – gegebenenfalls unter Mitwirkung und der Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Länder Lateinamerikas und der Karibik – einen Einstieg in den Markt der Europäischen Union zu erreichen.

Lateinamerika-Zentrum

Das Lateinamerika-Zentrum an der Uni Hamburg dient der Förderung und Koordination der Lateinamerika bezogenen Lehre und Forschung an der Universität Hamburg. Im Bereich der Lateinamerika-Forschung soll es den Austausch von Informationen und Forschungsergebnissen zwischen den beteiligten Fachdisziplinen und Wissenschaftlern institutionalisieren und gemeinsam fachübergreifende Forschungsvorhaben begründen.  

Instituto Cervantes

Das Instituto Cervantes ist eine gemeinnützige, öffentliche Einrichtung, die 1991 von der spanischen Regierung ins Leben gerufen wurde. Diese Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die spanische Sprache zu fördern und das Kulturgut aller spanischsprachigen Länder weltweit bekannt zu machen und zu pflegen. 

GiGA

Das GIGA Institut für Lateinamerika-Studien wurde 1962 als Institut für Iberoamerika-Kunde gegründet, mit der Zielsetzung, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik zu beobachten und wissenschaftlich zu analysieren. Seit 1.1.2007 trägt es als Regionalinstitut der Stiftung GIGA German Institute of Global and Area Studies / Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien den Namen Institute of Latin American Studies / Institut für Lateinamerika-Studien (ILAS).

Städtepartnerschaft mit León

Mit der nicaraguanischen Stadt León verbindet Hamburg seit 1989 eine Städtepartnerschaft. Durch Projektförderung und Beratung will Hamburg seinen Beitrag dazu leisten, die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in León im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu verbessern. 

Traditionelle Musikgruppe aus Mexiko 

Zum Artikel: 
Wirtschaft - Lateinamerika, Spanien und Portugal in Hamburg