Ukrainisches Leben in Hamburg: Vergangenheit und Gegenwart

Die Ukraine, ein an Ressourcen reiches Land, liegt direkt an der EU-Grenze und ist nur zwei Flugstunden von Hamburg entfernt. Und dieses Land am Schwarzen Meer rückt immer näher an die Europäische Union!

Ukrainisches Leben in Hamburg: Vergangenheit und Gegenwart

Zwischen Hamburg und der Ukraine gibt es viele private Kontakte. Norddeutschland ist die Wahlheimat für rund 30.000 Ukrainer. Davon sind fast 3.400 in der Metropole an der Elbe wohnhaft. Über 300 ukrainische Studenten studieren an Universitäten in Hamburg.

Bei der Bildung der derzeitigen ukrainischen Diaspora sind vier Migrationswellen aus der Ukraine zu unterscheiden. Die ersten drei Auswanderungswellen aus der Ukraine fielen auf den Beginn des letzten Jahrhunderts, die Zeit zwischen den Weltkriegen und der Nachkriegszeit. Die Gründe dafür waren meistens Verschlechterung der sozial-ökonomischen Bedingungen sowie die politische Herkunft. Die vierte Welle der Migration trat im späten zwanzigsten Jahrhundert auf, wobei sich zum Teil die Qualität der Auswanderung geändert hatte. So kam ein wachsender Anteil der ukrainischen Intelligenz, in der Regel Hochqualifizierte und Fachleute, aus der Ukraine nach Deutschland.

Die weltweit bekanntesten internationalen Visitenkarten der Ukraine, die Klitschko-Brüder, leben und arbeiten in Hamburg. Die Boxer sprechen gut Deutsch. Jeder ihrer Auftritte wird von der ukrainischen Hymne und der ukrainischen Flagge begleitet. Die Brüder sind bei fast allen offiziellen Veranstaltungen der Ukraine in Deutschland präsent.

Rat und Tat erhalten die Ukrainer durch ihre konsularische Vertretung in Hamburg, die 2002 gegründet wurde. Das Generalkonsulat tritt aber auch als ein zuverlässiger Partner für örtliche Unternehmen und Geschäftsleute auf.

Seit 2004 gibt es in Hamburg eine Filiale des Bundes Ukrainischer Studenten in Deutschland (BUSD) e. V., der bereits 1949 in Deutschland gegründet wurde. Das Ziel des Bundes ist es, ukrainische Studenten in Deutschland zu vereinigen und den Mitgliedern organisatorische, moralische, kulturelle und materielle Unterstützung zu gewähren. Man veranstaltet Literaturabende, Events und kooperiert eng mit anderen deutschen und internationalen studentischen Organisationen sowie mit unterschiedlichen Behörden weltweit. Unter dem Dach des Vereins der Ukrainer Norddeutschlands e.V. existiert in Hamburg die ukrainische Schule "Kraina Znan" (Land des Wissens). Die Schule können Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters besuchen und dort ukrainischen Sprachunterricht nehmen sowie ukrainische und internationale Literatur entdecken. Die Sprachschule "Kraina Znan" ist im Generalkonsulat der Ukraine angesiedelt. 

Für die ukrainische Gemeinde steht traditionell die Kirche im Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Auch in Hamburg versammeln sich die ukrainischen Bürger zur sonntäglichen Liturgie in der 1969 gebauten ukrainisch-katholischen Allerheiligen-Kirche. Dem Architekten Karlheinz Bargholz gelang es, zwei Richtungen der sakralen Architektur zu verbinden: die traditionelle byzantinisch-ukrainische und die moderne westliche.

In den letzten Jahren waren die ukrainische musikalische Kapelle "Dumka", der Chor "Hreschtschatyk", die Rockbands "Hajdamaky", "Vopli Vidoplassova", "Mandry" sowie "Okean Elzy" auf Deutschlandtour. Das ukrainische Segelschulschiff Khersones nahm jahrelang erfolgreich am Hafengeburtstag in Hamburg teil und war eine beliebte Attraktion für zahlreiche Besucher und Zuschauer.

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